Herausragende Sportler und sportliche Höhepunkte der Filmgeschichte.
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Faszination Sport - Ein Blick in die Welt des Sportfilms

Seit den frühen Jahren des Kinos sind Sportler und sportliche Ereignisse ein beliebtes Motiv für Filmemacher. Wallenfeld weist in dem Buch Sport Movies 500 Sportfilme nach. Harvey Marc Zucker und Lawrence J. Babich sprechen in ihrem Buch Sports Films: A Complete Reference sogar von schätzungsweise 2.000 Sportfilmen, die in den 80er Jahren entstanden sind.

Herausragende Filme wie Charlie Chaplins “Champion” (1915), Leni Riefenstahls Olympia-Dokumentationen (1936), die Komödie “Cool Runnnings” (1993) oder das Drama “Billy Elliot” (2000) von Stephen Daldry begeistern nicht nur Filmenthusiasten. Die Existenz vieler anderer gelungener Sportfilme ist jedoch nur selten bekannt.

Was aber ist ein Sportfilm? Das sportliche Lexikon (Röthig, 1992) definiert Sportfilme folgendermaßen: “Sportfilme im eigentlichen Sinne sind Filme, die durch den besonders gestalteten sportbezogenen Inhalt wesentlich geprägt sind. In einem weiteren unspezifischen Sinne können auch solche Filme als Sportfilme bezeichnet werden, die in einem gewissen Grade Themen aus dem Sport aufgreifen, die jedoch für den Film nicht bestimmend sind. […]”

Die Definition lässt erahnen, dass Elemente des Sports gerne zusätzlich in die Dramaturgie von Filmen eingebaut werden, ohne dass diese Elemente für die Handlung eines Films eine wesentliche Bedeutung erlangen. Ist der Film “The Skulls” (2000) von Rob Cohen ein Sportfilm? Oder ist er nur ein Film mit sportlichen Elementen und der Rudersport ein Randmotiv? Eine Antwort auf diese Frage fällt schwer, denn der Übergang zum Sportfilm ist fließend.

Zu der Frage, ob Sportfilme ein eigenes Genre bilden, ähnlich wie Western, Komödie oder film noir, sind in der Literatur unterschiedliche Standpunkte vertreten (vgl. Rowe, 1998; Philpott, 2000). In einem Punkt allerdings herrscht Übereinstimmung: Wer von Genres oder Filmgattungen spricht, meint im Grunde das Selbe: Eine Typologie von Filmen auf Grund bestimmter funktionaler, formaler, struktureller oder inhaltlicher Gesichtspunkte. Daher kann man durchaus argumentieren: Sportfilme bilden ein eigenes Genre.

Bei allen in diesem Artikel vorgestellten Filmen steht der Sport zentral im Mittelpunkt der Geschehens, ob letztlich alle nachgewiesenen Filme Sportfilme sind, soll jeder Leser für sich entscheiden.

Der Sportfilm wird von der amerikanische Sportkultur dominiert, was sich deutlich in den im Sportfilm vertretenen Sportarten widerspiegelt. Baseball, Basketball und Boxen sind wohl die Sportarten, über die die meisten Filme gedreht wurden. Insbesondere Boxkämpfe sind nicht nur für Regisseure, sondern auch für die Zuschauer seit jeher ein beliebtes Thema. Als einer der herausragenden Boxfilme der Stummfilmzeit kann “Battling Buttler” (1926) von Buster Keaton und Eddie Cline genannt werden. Und auch heute ist Boxen eines der bevorzugtesten Motive im Sportfilm, wie der Film “Ali” (2001) erst wieder bewiesen hat. Doch auch wenn wenige Sportarten dominieren, die Vielfalt an Sportarten im Film ist trotzdem groß. Tanzen in “Billy Elliot - I will Dance” (2000), Klettern in “Cliffhanger - Nur die Starken überleben” (1993), Eishockey in “Heimspiel” (2000), Radsport in “Breaking Away” (1979), Fechten in “By the Sword” (1991).

Sportfilme erzählen nicht nur fiktive Geschichten - häufig basiert die Handlung auf wahren Begebenheiten. Die Komödie “Cool Runnings” (1993) von Jon Turteltaub z.B. erzählt die Geschichte eines jamaikanischen Bob-Teams, das es bis zu einer Teilnahme bei den Olympischen Spielen schafft. Und wer kennt nicht die berühmte Moderation von Herbert Zimmermann, die sich in dem Film “Das Wunder von Bern” (2003) wiederfindet. Insbesondere herausragende Sportler inspirierten immer wieder die Filmemacher. Biografien bekannter Stars finden sich zum Beispiel in den Filmen “Babe Ruth - Die Baseballlegende” oder auch in “Prefontaine” (1996) wieder. Von keinem anderen Sportler jedoch wurde die Lebensgeschichte so oft verfilmt wie die der Boxerlegende Muhammad Ali. Doch nicht nur sportliche Höhepunkte und herausragende Sportler finden sich in Sportfilmen wieder - auch tragische Ereignisse. Zwei Filme, die Katastrophen der Sportgeschichte dokumentieren, sind “Hillsborough” (1996) und “One Day in September” (2000). All diese Filme lassen eines erkennen: Sportliche Höhen und Tiefen sind besonders gut für das Genre des Dramas geeignet. Doch auch Komödien wie “Pat und Mike” (1952) oder auch “Phörpa - The Cup” (1999) schafften es immer wieder die Zuschauer zu begeistern.

Letztlich gibt es wahrscheinlich kein Thema, dass nicht im Genre des Zeichentrickfilms vertreten ist - so auch der Sport. Im Film “Space Jam” (1997) von Joe Pytka erscheint Bugs Bunny gemeinsam mit NBA Basketball-Superstar Michael Air Jordan auf der Leinwand. Gemeinsam wollen die beiden das Kidnapping der Warner-Cartoon-Stars auf einen fernen Planeten verhindern, indem sie aus den Looney Tunes ein Dream Team formen. Ein schon älterer, aber ebenfalls sehenswerter Zeichentrickfilm ist “Die Dschungelolympiade” (1979) von Steven Lisberger. Und auch bei den Simpsons wurde in dem Film “Simpsons VK - Simpsons 2000: Olympia” (2000) eine Folge dem Sport gewidmet.

Autor: Florian Caspari

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