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Besser schlafen mit Gewichtsdecke – Deshalb wirken Therapiedecken

Dass gesunder Schlaf mindestens genauso wichtig ist wie die sportliche Betätigung selbst, ist längst kein Geheimnis mehr. Leider gelingt es nicht jedem Menschen, seine Alltagssorgen durch körperliche Bewegung vollständig abzubauen. Hier helfen Therapiedecken, auch Gewichtsdecken genannt.

Tiefer Schlaf dank Gewichtsdecken und Therapiedecken

Für viele Menschen ist es mittlerweile ganz alltäglich, in der Nacht einfach keine Ruhe zu finden und sich ständig von der einen auf die andere Seite zu wälzen. Gewichtsdecken haben sich bei Schlafstörungen und Angstzuständen als therapeutisches Mittel bewährt und verhelfen zu einer erholsamen Nachtruhe. Erfahren Sie in diesem Artikel über die Wirkungsweise der Therapiedecken.

Was ist eine Gewichtsdecke?

Gewichtsdecken, auch als Therapie- oder sensorische Decken bezeichnet, sind schwerke Bettdecken, die zur Prävention beziehungsweise Linderung von Schlafstörungen, erhöhtem Stress sowie Angstzuständen angewendet werden. Weiterhin helfen sie auch bei psychischen Krankheiten wie ADHD, dem Down-Syndrom, dem Asperger-Syndrom oder Autismus.[1] Entscheidend für die Besserung der Symptome ist das erhöhte Gewicht, das auf dem Körper des Patienten lastet. Anders als im ersten Moment erwartet, belastet das Eigengewicht nicht, sondern fördert dank gleichmäßiger Verteilung den Schlaf. Um diese Eigenschaft hervorzurufen, nutzen Hersteller hypoallergene Mikroglaskugeln. Der Körper schüttet Entspannungshormone aus, die Ängste verdrängen und Stress abbauen. Gewichtsdecken haben nichts mit handelsüblichen Daunendecken gemein. Im Gegensatz zu letztgenannten sind sie als therapeutisches Mittel anerkannt. Widererwarten schwitzen Patienten nicht unter einer Therapiedecke. Das Schlafklima bleibt angenehm kühl.

Wo werden Gewichtsdecken eingesetzt?

Gewichtsdecken sind in der Medizin schon länger bekannt und fanden bisher vor allem in Krankenhäusern Anwendung. Mehr und mehr wächst jedoch der Gebrauch im privaten Haushalt. Sowohl für Erwachsene als auch für Kinder sind passende Modelle erhältlich. Therapiedecken kommen vor allem bei folgenden Beschwerden oder Krankheitsbildern zum Einsatz:

  • Ein- und Durchschlafprobleme
  • Stress und Depressionen
  • Angstzustände und Panikattacken
  • ADHS und ADHD
  • Asperger-Syndrom und Austismus
  • Down-Syndrom
  • Tourette-Syndrom
  • Alzheimer, Parkinson und Demenz

Mitunter profitieren aber auch Menschen, die keine der genannten Beschwerden aufweisen von den Decken. In diesem Fall tragen Gewichtsdecken einfach zu einem besseren Wohlbefinden bei.

Funktionsweise einer Gewichtsdecke

Laut Studien regen Gewichtsdecken die Ausschüttung zwei besonders schlaffördernder Hormone an. Zum einen handelt es sich hierbei um das Schlafhormon Melatonin, welches in der Regel nur bei Dunkelheit gebildet wird. Der Botenstoff signalisiert dem Körper, dass es Zeit ist, sich zu entspannen. Zusätzlich erteilt das Gehirn die Order, Serotonin auszuschütten. Dieser Botenstoff ist auch als Glückshormon bekannt, bewirkt jedoch keine Euphorie, die zwangsläufig vom Schlaf abhalten würde, sondern stärkt das Wohlbefinden des Organismus und wirkt daher ebenso entspannend. Gleichzeitig sinkt der Spiegel des Stresshormons Cortisol.[2] Entscheidend für die Bildung der Entspannungshormone ist der gleichmäßige Druck auf den Körper.

Dass eine schwere Bettdecke das Wohlbefinden steigern soll, klingt für viele Menschen zunächst paradox. Wer noch keine Erfahrung mit einer Gewichtsdecke gesammelt hat, befürchtet womöglich, unter der Last an Beklemmungen zu leiden. Obgleich das Eigengewicht der Decke deutlich spürbar ist, wird der Druck jedoch als sehr angenehm empfunden.[3] Vergleichbar ist das Gefühl mit einer Umarmung oder dem leichten Druck einer Massage. Dass körperliche Nähe das menschliche Wohlbefinden steigert und noch dazu das Immunsystem stärkt, fand eine Studie der Carnegie Mellon University in Pittsburgh heraus.[4]

Seitdem die Therapiedecken auf dem Markt erschienen sind, rückten sie selbstverständlich auch in das Interesse zahlreicher Blogger und Ratgeber. Unter anderem hat das Wissensmagazin Galileo einer ausgewählten Produkt einem Selbsttest unterzogen. Bei einer seriösen Auswertung im Schlaflabor zeigte sich eine zeitliche Zunahme der Tiefschlafphase. Darüber hinaus wälzte sich die Testperson deutlich weniger im Schlaf. Dies lässt sich vor allem auf das Gewicht zurückzuführen, das das nächtliche Umdrehen erschwert.[5]

Worauf beim Kauf achten?

Gewichtsdecken empfehlen sich sowohl für Menschen, die an den oben genannten Beschwerden leiden, als auch für jene, die einfach nur ihre Schlafqualität verbessern möchten. Die Wahl des richtigen Modells macht eine Therapiedecke noch effektiver. Folgende Kriterien sind beim Kauf entscheidend:

  • Das Gewicht
    Gewichtsdecken sind in unterschiedlichen Gewichtsklassen erhältlich. Mehr bringt nicht unbedingt mehr. Idealerweise weist die Decke ein Zehntel des eigenen Körpergewichts auf.
  • Die Maße
    Gewichtsdecken werden für gewöhnlich ohne einen Bezug geliefert. Daher gilt es beim Kauf, die Maße an die der heimischen Bezüge anzupassen. Wer seine Gewichtsdecke allerdings nicht zum Schlafen sondern zum Beispiel als Sofadecke nutzen möchte, muss nicht so sehr auf dieses Merkmal achten.
  • Die Verarbeitung
    Nur bei gleichmäßiger Druckverteilung erfüllt einer Gewichtsdecke ihren Zweck. Weiterhin sollten auch die Nähte gut verarbeitet sein.
  • Das Material
    Der Stoff sollte sich angenehm an die Haut anschmiegen und sich problemlos reinigen lassen. Besonders Allergiker müssen auf das geeignete Material achten.

Übrigens gibt es bei einigen Herstellern ein Rückgaberecht von vier Wochen bei Unzufriedenheit. Die Wirkung der Gewichtsdecke kann also erstmal ohne Risiko getestet werden.

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